Moderation

WORT-PERFORMANCE MIT MICHAEL FEHR AUS “GLANZ UND SCHATTEN”
7. OKTOBER 2017 UM 20:00 Uhr
Moderation: Judith Zwick

Michael Fehr

Michael Fehr ist ein Erzähler. Ein Schriftsteller, der nicht schreibt. Ein Shootingstar der Schweizer Literaturszene. Seine Buchpublikationen heißen Kurz vor der Erlösung (2013), Simeliberg (2015), zuletzt: Glanz und Schatten. Darin: 18 Erzählungen, die im Luzerner Verlag Der gesunde Menscherversand im Frühjahr 2017 erschienen sind. Erzählungen? Nun, mit Gattungsfragen kommt man bei Michael Fehr nicht weit. Ohne Punkt und Komma treiben Sätze, Wortbilder, Klangkompositionen die Geschichten lyrisch voran. Sie sind mündlich getextet (Michael Fehr ist seit der Geburt fast blind), gemacht für den Vortrag, die Bühne. Dazu gehört seine Stimme. Wer Michael Fehr je gehört hat, wird sie nicht mehr vergessen. Rauchig und von einer unglaublichen Kraft. Die Wucht seiner Performance gleicht der Wucht seiner Sprache. Sie ist anders. Ungewöhnlich wie die Geschichten, die Fehr erzählt: kraftvoll, radikal, fantastisch und grausam. Märchenhafte Figuren – grausame Menschen und Tiere (Teufel, Schlangen, alte Männer) – tragen elementare Kämpfe aus. Man kann sich durchaus schwer tun mit diesen Geschichten. Glanz und Schatten ist nichts für zarte Gemüter und nichts für Menschen, die nach Erklärungszusammenhängen in der Literatur suchen. »In den Mythen schlägt auch einfach der Blitz ein und keiner fragt warum«, so Michael Fehr. Alle anderen aber, werden Michael Fehrs Vortrag als ein Gesamtkunstwerk erleben.

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Michael Fehr: Glanz und Schatten. Erzählungen
Der gesunde Menschenversand, 2017
Die Erzählung “Geschichte ist Geschichte” ist neu zu hören und zu lesen auf Lyrikline

 

 

 


“DIE FREMDE EIN SELTSAMER LEHRMEISTER” LESUNG MIT BERNADETTE CONRAD UND USAMA AL- SHAHMANI
18. September 2017 um 19:00 Uhr
Moderation Judith Zwick

Bild 1- Bernadtte Conrad 1Weil er ein regimekritisches Theaterstück geschrieben hat, muss Usama Al Shahmani 2002 den Irak fluchtartig verlassen. Heute lebt er in Frauenfeld, hat eine Familie, baut sich ein zweites Leben auf. Was bedeutet der plötzliche Abbruch eines gewohnten Lebens? Wie geht Ankommen in einem neuen Leben? Kommt er heute nach einem Besuch im Irak nach Hause oder in ein fremdes Land? Was möchte er denen sagen, die jetzt auf der Flucht sind? Usama Al Shahmani erzählt vom Leben unter Saddam, vom Krieg und von den schwierigen Nachkriegszeiten, vom Spagat zwischen Terror dort und Sicherheit und Frieden hier. Ein Gespräch entspinnt sich mit Bernadette Conrad, deren Familie vor einer Generation auf der Flucht war, und über die persönlichen Erfahrungen hinaus werden europäische und arabische Perspektiven sichtbar auf jenes Repertoire an Themen Krieg, Flucht, Identitätsverlust und Fremdheit, das wir alle bewusst oder unbewusst in uns tragen.


 

“MACH DER FLUCHT”. LESUNG UND GESPRÄCH MIT ILIJA TROJANOW
11. Juli 2017 um 19:30 Uhr
Einführung & Gespräch: Judith Zwick

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»Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang.« Ilija Trojanow ist als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen, eine Erfahrung, die ihn bis heute nicht mehr los lässt. Virtuos, poetisch und klug reflektierend erzählt Ilija Trojanow von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter. Von der Einsamkeit, die das Anderssein für den Flüchtling tagtäglich bedeutet. Davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt. Was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht. Welche Lügengeschichten man als Geflüchteter den Daheimgebliebenen auftischt. Und dass man vor der Flucht wenigstens wusste, warum man unglücklich war. Ilija Trojanow erzählt von sich selbst, zugleich ist er eine exemplarische Figur. So gelingt ihm eine behutsame und genaue Topographie des Lebens nach der Flucht, das existentielle Porträt eines Menschenschicksals, das unser 21. Jahrhundert bestimmt.

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Autor: Ilija Trojanow in London, April 2015. Foto: Thomas Dorn.

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Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Unterbrochen von einem vierjährigen Deutschlandaufenthalt lebte Ilija Trojanow bis 1984 in Nairobi. Danach folgte ein Aufenthalt in Paris. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie in München. Dort gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Bombay, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er, wenn er nicht reist, in Wien. Seine bekannten Romane wie z.B. ›Die Welt ist groß und Rettung lauert überall‹, ›Der Weltensammler‹ und ›Eistau‹ sowie seine Reisereportagen wie ›An den inneren Ufern Indiens‹ sind gefeierte Bestseller und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei S. Fischer sein großer Roman ›Macht und Widerstand‹ und sein Sachbuch-Bestseller ›Meine Olympiade: Ein Amateur, vier Jahre, 80 Disziplinen‹.


PERSPEKTIVEN EINER AUSSTELLUNG. Ein Rundgang durch „SPIRIT. Eine Ausstellung über Identität und kulturelle Prägungen“

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19. Februar und 12. März 2017 um 15.00 Uhr
Riechenthal-Saal im Kulturzentrum am Münster Konstanz
Rundgang mit Judith Zwick

Kein Zweifel. Sie ist wieder da. Die Frage nach der Identität. Nach Heimat und nach Grenzen. Lassen Sie uns bei einem Ausstellungsrundgang über diese Begrifflichkeiten nachdenken und über die Kunstwerke ins Gespräch kommen. Perspektiven einer Ausstellung – wir freuen uns auf Sie.

Eine Ausstellungsprojekt des Kulturbüros und der Konzilstadt Konstanz.


BELLA GERMANIA. Lesung mit Gespräch
26. September 2016, 19:30 Uhr im Bücherschiff Konstanz
EinfÜHrung & Moderation: Judith ZwicK

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Specks Roman „Bella Germania“ ist eine  deutsch-italienische Einwanderer- und Familiengeschichte in drei Generationen.

 

 

Daniel Speck und Judith Zwick im ausverkauften Bücherschiff

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 Wissenschaft ALS BERUF. EIN GESPRÄCH 

csm_Kuko_TdoT_19_Denken_Zwick_Balke_web_d4aba58d7718. Juni 2016 um 16:00 & 17:00 Uhr in der Bischofsvilla, Konstanz
MIT: FRIEDRICH BALKE (Medien, Bochum), CECILIA CRISTELLON (Geschichte/Philosophie, Frankfurt), Amber Griffioen (Philosophie, Konstanz) UND OLIVER LEPSIUS (Jura Bayreuth).

Judith Zwick im Gespräch mit Prof. Dr. Friedrich Balke
Flyer zur Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Kolleg Konstanz


 >>w.orte<< Welche Sprachen spricht Heimat?
Im »Fremdenzimmer« mit dem Lyriker José F.A. Oliver
Eine musikalische Lesung mit Gespräch

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8. Mai 2016 um 20:00 Uhr im Wolkenstein-Saal Konstanz
Einführung & Moderation: Judith Zwick

Eine Veranstaltung im Rahmen des Literatursommers 2016. Eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftungwww.literatursommer.de.

Flyer zur  Veranstaltung

 

 

Im Gespräch mit José F.A. Oliver 


 ADNAN MARAL LIEST AUS ADNAN FÜR ANFÄNGER – MEIN DEUTSCHLAND HEISST ALMANYA UND SPRICHT MIT ÖZKAN EZLI ÜBER DAS NEUE DEUTSCHLANd 

24. Februar 2015, Wolkenstein-Saal Konstanz
Moderation: Judith Zwick

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Integration war gestern! Menschen mit Migrationshintergrund sind längst in der deutschen Gesellschaft angekommen – nur scheinen weder die Deutschen noch die Türken das zu wissen. So lautet die Botschaft in Adnan Marals Buch, in dem er unterhaltsam und pointiert auf vierzig Jahre deutsch-türkische Integration zurückblickt.

 

Im Gespräch mit Adnan Maral